Ecce Homo,
von Antonio Ciseri (1821-1891),
Öl auf Leinwand,
Gemalt um 1871
© Museo Cantonale d'Arte, Lugano, Schweiz

Ecce Homo,
von Antonio Ciseri (1821-1891),
Öl auf Leinwand,
Gemalt um 1871
© Museo Cantonale d'Arte, Lugano, Schweiz

Evangelium vom 25. Mai 2019

Die Welt hasste mich vor dir

Johannes 15: 18-21

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:

Wenn die Welt dich hasst, denk daran, dass es hasste mich vor dir.

Wenn ihr zur Welt gehören würdet, würde die Welt euch wie die ihren lieben; weil ihr aber nicht zur Welt gehört, weil meine Wahl euch der Welt entzogen hat, darum hasst euch die Welt.

Denkt an die Worte, die ich zu euch gesagt habe: Ein Knecht ist nicht größer als sein Herr. Wenn sie mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen; wenn sie mein Wort gehalten haben, werden sie auch das eure halten. Aber um meinetwillen werden sie das alles tun, weil sie den nicht kennen, der mich gesandt hat.'

Betrachtung des Gemäldes

Die Welt hat mich vor dir gehasst". Hier sehen wir Pontius Pilatus, der Jesus dem Volk vorführt, und wir alle wissen, was dann geschah. Während die dominierenden Figuren in dieser Komposition Christus und Pilatus sind, haben sie uns beide den Rücken zugewandt, so dass wir als Betrachter genau wie die beiden eingeladen sind, durch sie hindurch die Gesichtsausdrücke der Menge zu betrachten... und wir sehen tatsächlich den Hass, den Jesus im heutigen Evangelium erwähnt!

Der 1821 in der Schweiz geborene Ciseri arbeitet mit einem verblüffenden Realismus, der zum Teil auf seine Sensibilität für Lichtinteraktionen zurückzuführen ist: Der gesamte Vordergrund der Figuren auf dem Balkon ist in Schattentönen gehalten, die Menschenmenge, die letztlich über das Schicksal Christi entscheidet und damit die wichtigsten Akteure dieser Erzählung, ist in Licht gesetzt. Besonders die 'kontra jourDie Behandlung des Lichts in Pontius Pilatus' Mantel (gegen das Tageslicht) ist wunderschön ausgeführt, wobei dem durch die verschiedenen Stoffschichten durchdringenden Licht besondere Aufmerksamkeit geschenkt wird. Das Gemälde stammt aus dem Jahr 1871, als viele Künstler Fotografien (ein damals sehr neues Medium) als Hilfsmittel zur Erzielung technischer Details in ihrer Malerei verwendeten. Ciseris Gemälde sind in ihrer Komposition fast raphaelesk, sie sind als bühnenartige, theatralische Kompositionen angelegt. Er malte hauptsächlich religiöse Szenen und erfüllte viele wichtige Aufträge für Kirchen in der Schweiz und in Italien.

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