Die Sixtinische Madonna, auch die Heilige Madonna genannt (Detailaufnahme),
Entworfen von Raffael (Raffaello Sanzio da Urbino, 1483-1520),
Öl auf Leinwand,
Gemalt um 1515,
Dresden Gemäldegallerie, Deutschland

Die Sixtinische Madonna, auch die Heilige Madonna genannt (Detailaufnahme),
Entworfen von Raffael (Raffaello Sanzio da Urbino, 1483-1520),
Öl auf Leinwand,
Gemalt um 1515,
Dresden Gemäldegallerie, Deutschland

Evangelium vom 7. November 2019

Die Engel Gottes jubeln über einen reuigen Sünder

Lukas 15: 1-10

In jener Zeit kamen alle Zöllner und Sünder  zu Jesus, um ihn zu hören.
Die Pharisäer und die Schriftgelehrten empörten sich darüber und sagten: „Er gibt sich mit Sündern ab und isst sogar mit ihnen.“
Da erzählte er ihnen ein Gleichnis und sagte:

Welcher Mann unter euch, der hundert Schafe hat und eines verliert, würde nicht die neunundneunzig in der Wüste zurücklassen und dem fehlenden nachgehen, bis er es findet? Und wenn er es gefunden hat, würde er es nicht freudig auf seine Schultern nehmen und dann, wenn er nach Hause kommt, seine Freunde und Nachbarn zusammenrufen? "Freut euch mit mir", würde er sagen, "ich habe mein Schaf gefunden, das verloren war". In gleicher Weise, sage ich euch, wird im Himmel mehr Freude herrschen über einen einzigen reuigen Sünder als über neunundneunzig tugendhafte Menschen, die der Reue nicht bedürfen.

Oder welche Frau, die zehn Drachmen hat, würde nicht, wenn sie eine verliert, eine Lampe anzünden, das Haus ausfegen und gründlich suchen, bis sie sie findet? Und dann, wenn sie es gefunden hat, ihre Freunde und Nachbarn zusammenrufen? "Freut euch mit mir", würde sie sagen, "ich habe die Drachme gefunden, die ich verloren habe." Auf die gleiche Weise sage ich euch, Die Engel Gottes jubeln über einen einzigen reuigen Sünder.

Betrachtung des Gemäldes

Die heutige Evangeliumslesung ist sehr dicht, in der Jesus zwei Gleichnisse erzählt: das vom verlorenen Schaf und das von der verlorenen Münze. Die Tatsache, dass diese beiden Gleichnisse so kurz erwähnt werden und nicht prosaisch oder unterhaltsam erzählt werden, zeigt, dass Jesus Gleichnisse nicht nur erzählt, um uns zu unterhalten, sondern dass sie immer dazu da sind, einen sehr ernsten Punkt zu machen. Das Hören der Gleichnisse veranlasst uns, Verantwortung zu übernehmen und ein besseres Leben zu führen. So lehren uns das Gleichnis vom verlorenen Schaf und das Gleichnis von der verlorenen Münze, dass dank der Gnade und Vergebung Gottes im Himmel Platz für ALLE Sünder ist. Jesus erzählte diese beiden Gleichnisse, um Gottes Liebe zu uns zu veranschaulichen. Wir alle verirren uns manchmal im Leben. Wenn das passiert, sollten wir uns damit trösten, dass Gott uns nicht aufgibt. Er sucht nach uns und wird nicht aufgeben, bis wir gefunden werden... Tatsächlich hat Gott seinen Sohn Jesus gesandt, um nach den Verlorenen Ausschau zu halten... sie zu suchen... und... sie zu retten...

Aber schauen wir uns kurz den letzten Satz der heutigen Lesung an: 'Die Engel Gottes jubeln über einen einzigen reuigen Sünder". Engel werden erwähnt. Engel waren im Laufe der Jahrhunderte Teil einiger der größten Kunstwerke der Welt. Die früheste künstlerische Darstellung eines Engels findet sich in der Priscilla-Katakombe in Rom aus dem 3. Sie stellt die Verkündigung dar und zeigt einen Engel, der vom Himmel herabsteigt. Dieser Engel hat keine Flügel, und erst im 4. Jahrhundert tauchen die Engel, wie wir sie kennen, mit Flügeln und jugendlichem Aussehen zum ersten Mal auf. Von da an wurden Engel regelmäßig als schwebende Figuren in Kunstwerke integriert, um die Transzendenz der in den Gemälden dargestellten Hauptereignisse zu betonen. Da die Heilige Schrift keine definierte Form beschreibt, wie Engel genau aussehen, ließ dies den Künstlern einen großen Spielraum für Kreativität.

Von allen Engeln gehören diese beiden äußerst charmanten Engel, die Raffael um 1515 malte, wohl zu den bekanntesten. Ich illustriere hier eine Detailaufnahme eines größeren Gemäldes, das sich in Dresden befindet (siehe ganzes Bild hier). Unsere beiden Engel sind im gleichen Alter wie Jesus dargestellt, mit zerzaustem Haar und gefiederten Flügeln, als ob sie gerade von einem langen Flug ausgeruht gelandet wären. Diese beiden Engel sind ein gutes Symbol für die kindliche Unschuld von Engeln. Es heißt, dass diese beiden Engel die beiden Kinder von Raffaels Modell für die Jungfrau Maria waren, die Raffael beim Malen verwundert ansah. Raphael hat dann schnell ihre unbezahlbaren Gesichtsausdrücke kopiert, indem er sie unten auf der Leinwand einfügte... Würden Sie nicht auch gerne 'sich unter den Engeln Gottes über einen einzigen reuigen Sünder freuen". in der Gegenwart dieser beiden Engel? Das wäre ziemlich lustig!

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