Das Gleichnis von der verlorenen Münze,
Gemalt von Domenico Feti (1589-1624),
Öl auf Leinwand,
Gemalt im Jahr 1618
© Gemäldegalerie Alte Meister, Dresden, Deutschland

Das Gleichnis von der verlorenen Münze,
Gemalt von Domenico Feti (1589-1624),
Öl auf Leinwand,
Gemalt im Jahr 1618
© Gemäldegalerie Alte Meister, Dresden, Deutschland

Evangelium vom 15. September 2019

Das Gleichnis von der verlorenen Münze

Lukas 15: 1-10

In jener Zeit kamen alle Zöllner und Sünder  zu Jesus, um ihn zu hören.
Die Pharisäer und die Schriftgelehrten empörten sich darüber und sagten: „Er gibt sich mit Sündern ab und isst sogar mit ihnen.“
Da erzählte er ihnen ein Gleichnis und sagte:

Welcher Mann unter euch, der hundert Schafe hat und eines verliert, würde nicht die neunundneunzig in der Wüste zurücklassen und dem fehlenden nachgehen, bis er es findet? Und wenn er es gefunden hat, würde er es nicht freudig auf seine Schultern nehmen und dann, wenn er nach Hause kommt, seine Freunde und Nachbarn zusammenrufen? "Freut euch mit mir", würde er sagen, "ich habe mein Schaf gefunden, das verloren war". In gleicher Weise, sage ich euch, wird im Himmel mehr Freude herrschen über einen einzigen reuigen Sünder als über neunundneunzig tugendhafte Menschen, die der Reue nicht bedürfen.

Oder welche Frau, die zehn Drachmen hat, würde nicht, wenn sie eine verliert, eine Lampe anzünden, das Haus ausfegen und gründlich suchen, bis sie sie gefunden hat? Und dann, wenn sie es gefunden hat, ihre Freunde und Nachbarn zusammenrufen? "Freut euch mit mir", würde sie sagen.Ich habe die Drachme gefunden, die ich verloren hatte.." Ebenso, sage ich euch, freuen sich die Engel Gottes über einen einzigen reuigen Sünder".

Überlegungen zur Malerei auf Kupfer

Auf dem heutigen Bild sehen wir eine Frau, die verzweifelt nach der verlorenen Münze sucht. Die Möbel sind umgeworfen und verschoben, die Kleider liegen auf dem Boden. Im schwachen Licht ihrer flackernden Öllampe sucht sie verzweifelt nach der Münze. Das Hauptmerkmal ist für mich der riesige, formlose Schatten, den die kleine Flamme auf die Wand rechts von der Frau zu werfen scheint... er scheint die Ungeheuerlichkeit ihrer Suche auszudrücken und zu zeigen, welch gewaltige Aufgabe sie hat. Jesus weiß, dass wir alle Sünder sind, dass wir alle unsere Schatten, unsere Sorgen, unsere Sünden mit uns herumtragen, und doch garantiert er uns, dass sich die Engel Gottes über einen einzigen reuigen Sünder freuen...

Domenico Feti war ein italienischer Barockmaler, der vor allem in Venedig und Rom tätig war, stark von Rubens beeinflusst wurde und für seine religiösen Themen bekannt war. In diesem Gemälde fängt er genau ein, was Jesus in seinem Gleichnis meint. Die Geschichte von der verlorenen Münze offenbart das Herz Gottes, der nach dem Verlorenen sucht. Eine schöne Frage, die wir uns angesichts der heutigen Evangeliumslesung stellen können, ist: Wie fühlt es sich an, wenn wir uns vorstellen, dass Jesus uns sucht und versucht, uns zu finden?

Die Frau beugt sich vor und sucht hektisch nach dem, was sie verloren hat... die Münze war kostbar für sie, etwa 10% ihres Reichtums... Jesus vergleicht seine Liebe zu uns mit dem, was sie tut: nach dem zu suchen, was verloren ist, wo immer wir auch sein mögen, was immer wir auch vorhaben..... Er gibt uns nicht auf... und das Finden der Münze scheint eine so einfache Freude zu sein... eine Freude, die er mit uns teilt...

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